Klein wie eine Erbse, rund wie eine Perle und geschmacklich eine Sensation: Aji Charapita gilt als eine der exklusivsten Chilisorten der Welt. Ursprünglich wild im peruanischen Amazonas beheimatet, wird sie heute von Spitzenköchen gefeiert – für ihr intensives, fruchtig-tropisches Aroma mit überraschender Schärfe. Der hohe Preis erklärt sich nicht nur durch die Nachfrage, sondern auch durch den vergleichsweise aufwendigen Anbau und die winzigen Früchte, die meist von Hand geerntet werden. Doch mit Geduld und dem richtigen Know-how lässt sich diese Rarität auch zu Hause kultivieren.
Botanisches Porträt
- Art: Capsicum chinense
- Schärfe: ca. 50.000–100.000 Scoville
- Wuchs: buschig, oft über 1 m hoch
- Früchte: sehr klein, gelb bis goldorange, intensiv duftend
Charapita ist weniger „brutal scharf“ als viele Superhots. Ihr Reiz liegt im fruchtigen Aroma, das Gerichte hebt statt überdeckt.
Keimung – Geduld zahlt sich aus
Die Samen der Aji Charapita gelten als etwas launisch. Wer hier sorgfältig arbeitet, wird belohnt. So klappt der Start:
- Vorzucht ab Januar bis März im Haus.
- Keimtemperatur ideal zwischen 24–28 °C.
- Gleichmäßige Feuchtigkeit, aber keine Staunässe.
- Keimdauer: häufig 2–4 Wochen, manchmal länger.
Der Mikrogarten eignet sich optimal für die Keimung der Charapita-Samen.
Anbau – vom Sämling zur Buschpflanze
Nach der Keimung wächst Charapita zunächst moderat. Sobald mehrere Blattpaare vorhanden sind, dürfen die Jungpflanzen in nährstoffreiche, lockere Erde umziehen.
Wichtig:
- Frühzeitig pikieren, damit sich kräftige Wurzeln entwickeln.
- Heller Standort, gern mit Zusatzbeleuchtung im Frühjahr.
- Erst nach den letzten Frösten dauerhaft ins Freie.
Im Sommer entwickelt sich die Pflanze zu einem üppigen Busch, der mit hunderten kleinen Früchten übersät sein kann.
Ideale Bedingungen – so fühlt sich die Diva wohl
Als Amazonas-Bewohnerin liebt Charapita Wärme und eine gewisse Luftfeuchtigkeit.
Perfekt sind:
- Temperaturen zwischen 20 und 30 °C
- Viel Sonne, aber Schutz vor extremen Dauerregen
- Durchlässiges Substrat
- Regelmäßige, ausgewogene Düngung Gleichmäßiges
- Gießen ohne „nasse Füße“
In kühleren Regionen bringt ein Gewächshaus oder ein geschützter Terrassenplatz oft deutlich bessere Ergebnisse als das Freiland.
Ernte & Verwendung
Reif sind die Beeren, wenn sie ihr kräftiges Gelb erreicht haben und sich leicht lösen. Frisch verströmen sie ein fast parfümartiges Aroma. Sie können auch eingefroren werden. So bleibt ein Großteil des Aromas erhalten. Getrocknet sind sie lange haltbar – ein Grund, warum sie in der Spitzengastronomie so begehrt sind.
Warum ist sie so teuer?
Der Preis entsteht aus mehreren Faktoren:
- sehr kleine Früchte → viel Handarbeit
- teils noch wilde oder halb-wilde Herkunft
- besondere Aromatik mit hoher Nachfrage
- keine Massenproduktion wie bei Standardsorten
Fazit
Die Aji Charapita ist nichts für Ungeduldige, aber ein Traum für Genießer und ambitionierte Gärtner. Wer ihr Wärme, Licht und Aufmerksamkeit schenkt, wird mit einer der aromatischsten Chilisorten überhaupt belohnt – einer echten goldenen Perle unter den Paprikagewächsen.



